Das Projekt „Rebound“
Hilfe für ehemalige Kindersoldaten und missbrauchte Mädchen

Von Sascha Ruck

Wir blicken über den Tellerrand hinaus und beschäftigen uns mit der Situation eines Landes, das in unseren TV-, Radio- und Print-Nachrichten so gut wie nie vorkommt: Die Demokratische Republik Kongo.
Seit Jahren kämpfen dort verschiedene bewaffnete Milizen gegeneinander und auch gegen die kongolesische Armee. Viele dieser bewaffneten Kämpfer ziehen auch deshalb in den Bürgerkrieg, weil sie keine anderen Einkommensmöglichkeiten haben und wieder einmal sind es die Kinder, die unter den Konflikten am meisten leiden, da die Kriegsherren nicht davor zurückschrecken, minderjährige Jungen und Mädchen zu entführen und als Kindersoldaten oder Sexsklaven zu rekrutieren beziehungsweise zu missbrauchen. Die Vereinten Nationen berichten, dass innerhalb der letzten zehn Jahre in der D.R. Kongo etwa 2 Millionen Kinder getötet und 12 Millionen von ihren Familien getrennt wurden.
Kinder!
Der Kölner Musiker und Künstler Wolfgang Niedecken reiste bereits vor über zehn Jahren in das damalige Bürgerkriegsgebiet im benachbarten Nord-Uganda, wo ebenfalls Kinder unter 18 Jahren von Rebellen als Krieger, Boten, Träger, Köche oder Sklaven benutzt wurden. Was er dort sah, traumatisierte ihn so sehr, dass er unmittelbar damit begann, zusammen mit der Kinderhilfsorganisation World Vision und der Firma Jack Wolfskin das Projekt „Rebound“ ins Leben zu rufen (Anm. d. Red.: „Rebound“ ist ein Basketballausdruck und bedeutet „Zweite Chance“, nachdem ein misslungener Korbwurf zum Werfer zurückprallt). Gemeinsam baute man im Laufe der Jahre drei Berufsschulen wieder auf und schenkte somit vielen Kriegskindern eine neue Lebensperspektive.
„Ich habe furchtbare Wunden gesehen, verkrüppelte Gliedmaßen, Narben, die man nicht beschreiben kann, aber was mich verfolgt, sind die gebrochenen Augen dieser jungen Menschen“, so Niedecken.
Mittlerweile herrscht in Uganda kein Bürgerkrieg mehr und es macht keinen Sinn, „dort dem Bildungsministerium die Arbeit abzunehmen. Die Lage in Ostkongo sieht dagegen ganz anders aus – dort herrscht pure Anarchie“.
Weswegen er sich zusammen mit World Vision seit nunmehr vier Jahren verstärkt in den ostkongolesischen Dörfern Beni und Butembo engagiert (Rebound II), wo bereits zwei Ausbildungszentren errichtet wurden, in denen bislang insgesamt 219 ehemalige Kindersoldaten und sexuell missbrauchte Mädchen psychosozial betreut und handwerklich ausgebildet wurden. Dank dieser Berufsausbildung bekommen die Mädchen und Jungen wieder eine Perspektive im Leben und können für sich selbst sorgen. Mit psychologischer Hilfe können zudem traumatische Kriegserlebnisse verarbeitet werden.
Ausbildung in Handwerksberufen
In den „Rebound“-Ausbildungszentren erhalten die Jugendlichen eine neunmonatige Qualifizierung in den Bereichen Schneiderei, Mechanik, Schreinerei, als Friseur oder Schuster sowie in Hauswirtschaft. Dabei lernen die Mädchen mithilfe von Nähmaschinen, wie sie Tischdecken, Kleidung und Taschen herstellen. Die auszubildenden Mechaniker dürfen nach dem Theorieteil ihre Kenntnisse unter anderem beim Aus- und Einbau von Motoren unter Beweis stellen. Schreinerlehrlinge bauen Tische und Stühle. Am Ende der Ausbildung bekommt jeder Absolvent ein Zertifikat und ein Startpaket mit berufsbezogenem Werkzeug, um selbständig arbeiten zu können. Dabei bleiben die „Rebound“-Zentren für die Berufsanfänger eine wichtige Anlaufstelle, da die Mitarbeiter vor Ort sie auf ihrem weiteren Weg begleiten.
„Da sich die Firma Jack Wolfskin aufgrund eines Wechsels im Management aus „Rebound“ zurückgezogen hat, sind wir für unsere Projekte im Ostkongo mehr denn je auf die Spendenfreudigkeit unserer Fans und der Bevölkerung angewiesen“, berichtet der BAP-Sänger. „Nur so ist garantiert, dass wir auch in Zukunft etwa 70 ehemaligen Kindersoldaten und zwangsprostituierten Mädchen pro Jahr eine solche Ausbildung ermöglichen.“
Die FreiZeitSchrift hat diesen Aufruf gehört! Ab sofort spenden wir pro Anzeigenschaltung und pro Jahres-Abo 5 Euro an „Rebound“. Und Sie?

Ausführliche Infos: www.worldvision.de/rebound