Geteiltes Risiko – geteilte Ernte

Solidarischer Gärtnerhof Sonnenwurzel hat noch Anteile zu vergeben

Von Simone Kosog

Reichling – Wann ließe sich besser vom Gärtnerhof Sonnenwurzel in Reichling erzählen, als jetzt im Juli, wo die Ernte bereits reichhaltig ist – allein die Tomaten: Insgesamt 70 Sorten sind hier im Anbau, viele alte dabei wie die „Amish Pasta“ oder die Fleischtomate „Rosa“, bereits im 19.Jahrhundert zum ersten Mal erwähnt. Bei der wöchentlichen Ernte werden sie wie alles andere, was jetzt reif ist, zum Beispiel Zuckerschoten, Gurken oder Saubohnen, auf aktuell 75 Menschen verteilt, die derzeit einen Anteil an der Gärtnerei haben. Denn die Gärtnerei Sonnenwurzel gehört zur Bewegung der SoLaWi: der Solidarischen Landwirtschaft. Etwa 140 dieser Höfe gibt es in Deutschland.

„Eigentlich geht es nur so!“, hat Marcel Nussberger damals gedacht, als er zum ersten Mal von dem Prinzip gehört hat: Eine Gemeinschaft teilt sich die Kosten, das Risiko – und die Ernte. Die Anteilseigner zahlen monatlich einen Betrag, den sie selbst bestimmen, und bekommen im Gegenzug lokale Lebensmittel aus konsequent ökologischem Anbau. Wer mag, kann auch auf dem Feld helfen. „Vielen unserer Mitglieder macht das Spaß und sie lernen was dabei, aber das ist absolut kein Muss!“, betont Marcel Nussberger.

2013 hat seine Familie mit dem Betrieb in Reichling begonnen, viel Idealismus war damals dabei und ist es heute noch. Die Arbeit für Marcel Nussbaumer, seine Frau Nuray und Mitgärtnerin Cécile Dobler geht nie aus, auch nicht am Wochenende.

Dabei arbeiten die Gärtner nach den Prinzipien der Permakultur. Die Landwirtschaft wird den Kreisläufen der Natur nachempfunden, idealerweise funktioniert der ganze Hof wie ein geschlossener Organismus, man könnte da lange drüber reden. Regelmäßig hält Marcel Nussbaumer Vorträge zu diesem wie auch zu anderen Themen rund um die SoLaWi.

Die Gärtnerei Sonnenwurzel ist auf maximal 120 Anteile ausgelegt, derzeit können noch Anteile erworben werden. Durchschnittlich zahlen die Mitglieder 75 Euro monatlich, ihre Ernte holen sie frisch vom Acker an verschiedenen Depots ab: in Schondorf, Weilheim, Dießen, Herrsching, Reichling, Stoffen und Landsberg.  Dazu gibt es Rezepte, eine transparente Kostenaufstellung, Hoffeste und das Gefühl, genau zu wissen, wo das Gemüse herkommt.

(Weitere Infos sowie das Anmeldeformular unter www.sonnenwurzel.de)