(Kunst & Kultur)

Spezialist für Mitgefühl

Das neue Studioalbum von STOPPOK

Landsberg/München – Es gibt sie noch, die erfüllten Erwartungen! Deutschlands sturster Indie-Songwriter singt auch auf seinem 18. Studioalbum „JUBEL“ die Wahrheit und nichts als die Wahrheit. Er singt gegen Oberflächlichkeit, Macht und Geldgier, verqueren Zeitgeist und fehlende Herzensbildung an und das entspannter und begeisterter denn je. Oder so: Rock’n’Roller aus den 70-ern trifft nachdenklichen Weltmusiker im Hier und Jetzt. Ein Spezialist für Mitgefühl.

Stefan Stoppok, vor einigen Jahren von Vilgertshofen zurück in den hohen Norden gewandert,  definiert nicht nur den Status des Protestsängers neu, sondern entstaubt auch den Begriff des Geschichtenerzählers. Er beschreibt die Gegenwart mehr als treffend und bezieht eine ganz eigene Position zwischen dem aktuellen Frust und der Hoffnung auf eine positive Zukunft. Man könnte sagen, je orientierungsloser und wertfreier die Zeiten werden, umso klarer wird STOPPOK. Etwa im Einstiegssong „Verjubeln“, bei dem aus der vorgeblichen Euphorie des Albumtitels gleich mal eine Abrechnung mit den menschgemachten Auswirkungen aufs Klima wird. Oder das Stück „Lass sie rein!“. Zielsicherer kann die Klatsche gegen all die Rechtspopulisten, Nationalisten und Rassisten nicht sein. Nicht nur textlich, sondern auch musikalisch: Von Blues über Chanson bis zur Weltmusik – STOPPOK kann alles und er macht alles. Er verbindet Altes mit Neuem, Ungewöhnliches mit Bekanntem… Gelebte Vielfalt eben, die sehr genau das richtige Maß aus Nonsens, Ernsthaftigkeit und Gefühl trifft. STOPPOK ist tief im Blues verwurzelt, spielt ihn aber in einer so eigenen Weise, dass er als solcher nur selten erkennbar ist und mischt ihn mit Rock, Soul und Folkelementen auf. Ebenfalls wichtig und sehr prägend: Seine brillante Band, bestehend aus dem Langzeit-Komplizen Reggie Worthy am Bass,  der amerikanischen Schlagzeug-Legende Wally Ingram und dem Multiinstrumentalisten Sebel, hier in erster Linie an der Hammond Orgel und dem Wurlitzer Piano. Dazu kommen diesmal eine Menge Chöre mit den unterschiedlichsten Stimmfarben. Gospel, Nashville Spirit, afrikanische und skandinavische Gesänge erweitern die Klangbilder. So zeigt „JUBEL“, dass auch die besten Computerprogramme mit den feinsten Samples einen ganz und gar eigenen und selbstproduzierten Bandsound nicht annähernd ersetzen können.

Wie sehr er trotz aller Soloaktivitäten Teamplayer ist, beweist Stefan Stoppok aber nicht nur mit seiner Band, sondern auch mit seinen Artgenossen-Konzerten, für die er immer Anfang Oktober im Landsberger Stadttheater Musiker aus unterschiedlichsten Genres und Kulturkreisen zusammenführt. Das dritte Stück des neuen Albums, „Pack mit an“ könnte der Soundtrack dazu sein. Solidarität und konstruktive Ideen sind alles andere als überholte Werte, und statt den Stein zu werfen, kann man ihn besser als Anfang für ein ganz neues Gebäude oder einen ganz neuen Weg nutzen.

www.stoppok.de